Wer kennt sie nicht, die drei Nonnen im gotischen Spitzbogen, die auf der Natur-Arznei Klosterfrau Melissengeist ...
Im Jahr 1825 – kurz vor ihrem 50. Geburtstag - kam Maria Clementine Martin in die damalige Wirtschaftsmetropole Köln.

Isländisch Moos

Isländisch Moos

Wissenswertes

Isländisch Moos wird auch Lichen Islandicus (Pharmazeutische Bezeichnung), Blutlungenmoos, Fiebermoos, Hirschhornflechte oder Graupen genannt. Früher bezeichnete man alle Pflanzen, die äußerlich einem Moos glichen, auch als Moos. In Wirklichkeit ist das Isländische Moos eine Flechte, sollte also korrekterweise als Isländische Flechte (lat. Cetraria islandica) bezeichnet werden und gehört zu der Familie der Schlüsselflechten (Parmeliaceae).

Isländisches Moos gilt nicht nur bei Rentieren als Delikatesse sondern auch in einem isländischen Gericht findet sich das Moos als Zutat: und zwar in der "Fjallagrasasupa". Da das Moos einen sehr bitteren Geschmack hat, entfernen die Hobbyköche die Bitterstoffe durch ein ausgeklügeltes Zubereitungsverfahren. Früher verwendeten die Menschen in Island die Pflanze als Getreideersatz während Dürreperioden und schlechten Ernteerträgen.

Vorkommen und Verbreitung

Das isländische Moos ist in ganz Europa verbreitet. Die größten Vorkommen gibt es im Gebirge, man findet die Pflanze aber auch im Flachland an offenen Standorten auf sandigen Böden. Sie ist typisch für Moore, lichte Kiefernwälder und Zwergstrauchheiden. In der Tundra oder an windexponierten Stellen im Hochgebirge bildet die Art gemeinsam mit anderen Flechten flächendeckende Rasen aus.
Gesammelt wird die Pflanze bei trockenem Wetter im Spätsommer und im Herbst, weil sie zu dieser Zeit besonders reich an ihren wertvollen Inhaltsstoffen ist. Danach muss die Pflanze an einem dunklen Ort getrocknet werden.

Vegetative Merkmale

Die Flechte wird 4 bis 12 Zentimeter hoch, ihre einzelnen Triebe verzweigen sich geweihartig, sind starr, schuppig und oft rinnig verbogen, auf der Oberseite braungrün, auf der Unterseite weißgrün gefärbt. Die 3 bis 6 Millimeter flachen Bänder sind am Rand regelmäßig gezähnt.
Je nachdem wie viel Licht die Pflanzen bekommen, lagern die Flechten unterschiedliche Mengen eines braunen Pigments ein, das als Sonnenschutz dient. Flechten der Hochgebirge sind daher dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt.

Verwendeter Pflanzenteil / Anwendung

Verwendeter Pflanzenteil / Anwendung

Das medizinisch verwendete Pflanzenteil des Isländisch Moos ist sein Vegetationskörper (Thallus). In der Medizin und Pharmazie wird dieser Wirkstoff als Lichen islandicus bezeichnet, was wörtlich übersetzt isländische Flechte heißt.

Die Qualität des Isländisch Moos ist durch das Europäische Arzneibuch (PhEur) geregelt. Isländisch Moos ist reich an wasserlöslichen Schleimstoffen
(ca. 50%). Darüber hinaus enthält es verschiedene bitter schmeckende Flechtensäuren wie Fumarprotocetrarsäure, Protocetrarsäure und Cetrarsäure, Usninsäure, das Spurenelement Jod und die Vitamine A, B1 und B12. Isländisch Moos wird getrocknet in der Medizin verwendet. Medizinisch setzten sie das Isländisch Moos innerlich gegen Atemwegserkrankungen und äußerlich zur Wundheilungsförderung ein.

Wirkung

Isländisch Moos ist ein hervorragendes pflanzliches Arzneimittel bei gereizter Schleimhaut im Mund- und Rachenbereich. Es lindert nachweislich trockenen Reizhusten und kann Appetitlosigkeit entgegen wirken.
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