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Im Jahr 1825 – kurz vor ihrem 50. Geburtstag - kam Maria Clementine Martin in die damalige Wirtschaftsmetropole Köln.

Rosskastanie

Rosskastanie

Wissenswertes

Venenerkrankungen zählen zu den häufigsten Krankheitsbildern in der mitteleuropäischen Bevölkerung. Die Rosskastanie ist eine der wenigen Pflanzen, die gegen dieses Leiden etwas tun kann. Die frischen Rosskastanienfrüchte sind zwar für den Menschen ungenießbar die Extrakte sind aber in der Medizin von Bedeutung.

Die Rosskastanie ist ein bis zu 30 Meter hoch wachsender Baum, der zu der Familie der Rosskastaniengewächse (Hippocastanaceae) gehört. Im 17. Jahrhundert wurde der Baum als geeigneter Schattenspender in Parks nach Deutschland eingeführt, doch kurz darauf entpuppte sich dieser als wertvolle Heilpflanze.

Die Rosskastanie ist auch unter den Namen: Pferdekastanie, Foppkastanie, Gemeine Rosskastanie, Saukastanie, Vixirinde, Wildi Kest(ene) oder wilde Kastanie bekannt.

Vorkommen und Verbreitung

Ursprünglich stammt die Rosskastanie aus den Balkanländern, sie ist aber mittlerweile in Mitteleuropa eingebürgert. In Europa wurde die Rosskastanie 1576 von Konstantinopel (Istanbul) aus eingeführt. In ihren Standortansprüchen ähnelt die Gewöhnliche Rosskastanie der Hainbuche (Carpinus betulus).

In ihrem natürlichen Gebiet wächst sie in Höhenlagen zwischen 900 und 1300 m, vor allem an schattigen und halbschattigen, frischen bis feuchten Standorten. Sie ist eine mesophytische (Pflanzen, die an mäßig feuchten Orten vorkommen) und lichtbedürftige Art, gedeiht daher auch an sonnigen Standorten. Bezüglich Geologie und Boden ist sie indifferent, kommt jedoch vorwiegend auf tiefgründigen, frischen, basen- sowie stickstoffreichen Böden mit einem neutralen bis alkalischen pH-Wert vor.

Vegetative Merkmale

Die Gewöhnliche Rosskastanie ist ein sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 30 m und eine Stammdicke von bis zu einem Meter erreichen kann. Sie kann ein Alter von bis zu 300 Jahren erreichen. Der Baum ist in der Jugend raschwüchsig, und bildet einen kurzen, vollholzigen Stamm mit runder und breiter Krone aus. Der Stamm ist immer nach rechts drehwüchsig, und von einem gelblichweißen, kernlosen Holz.

Wie alle Rosskastanien ist die Gewöhnliche Rosskastanie ein Flachwurzler, mit weitstreichendem, starkem Wurzelwerk. Die Triebe sind dick und bräunlichgrau mit auffallender, 5–9-spuriger Blattnarbe.

Verwendeter Pflanzenteil/ Anwendung

Zu medizinischen Zwecken werden die Samen des Rosskastanienbaums eingesetzt. Ihre Wirkung ist offiziell anerkannt. In der traditionellen Medizin und Volksmedizin werden aber auch die Rosskastanienblätter, Rosskastanienblüten und Rosskastanienrinde eingesetzt.
In der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache werden diese Wirkstoffe als Hippocastani semen (Rosskastaniensamen), Hippocastani folia (Rosskastanienblätter), Hippocastani flos (Rosskastanienblüten) und Hippocastani cortex (Rosskastanienrinde) bezeichnet.

Da lediglich die Rosskastaniensamen als pflanzliches Arzneimittel anerkannt sind und für medizinische Zwecke empfohlen werden, wurde auch deren Qualität geregelt. Diese wurde im Deutschen Arzneibuch (DAB) festgelegt. Für Rosskastanienblätter, -blüten und –rinde existieren diese Standards jedoch nicht.
Die wichtigsten Inhaltsstoffe in den Rosskastaniensamen sind:

Die wichtigsten Inhaltsstoffe in den Rosskastaniensamen sind:

  • Triterpensaponine (3 bis 5%) mit seiner wichtigen Komponente, dem Aescin, Flavonoide
  • Oligo- und Polysaccaride (Zuckerverbindungen)
  • Gerbstoffe
  • Cumarine
  • fettes Öl
Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe der Rosskastanienblätter ähnelt denen der Früchte stark. Sie enthalten ebenfalls Triterpensaponine, Cumarine, Flavonoide und Gerbstoffe. Rosskastanienblüten enthalten Saponine (Triterpensaponine), Cumarine und Flavonoide. Auch die Rosskastanienrinde enthält das Triterpensaponin Aescin, ist aber besonders reich an Cumaringlycoside (Aesculin ca. 3%) und enthält weiterhin Gerbstoffe, Harz, fettes Öl und Stärke.

Rosskastaniensamen finden Verwendung in zahlreichen Präparaten gegen Beschwerden bei chronischer Venenschwäche (Schwellungen in den Beinen, Krampfadern, Hämorrhoiden). Und ist häufig Bestandteil von Präparaten gegen Durchblutungsstörungen, Muskelprellungen und Frostschäden.

In der Homöopathie verwendet man die Inhaltsstoffe bei trockenen Katarrhen im Nasen- und Rachenraum, Hämorrhoiden und Unterschenkelgeschwüren.

Wirkung

Kastanienpräparate wirken entzündungshemmend und ödemausschwemmend. Aus der Rinde wird das UV-B absorbierende Aesculin gewonnen (Verwendung in Sonnenschutzmitteln).

Die Rosskastaniensamen haben einen nachweißlich gefäßabdichtenden, entzündungshemmenden und venenstärkenden Effekt. Sie werden daher offiziell bei unzureichender Leistung der Venen verwendet, die sich beispielsweise durch Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, Wadenkrämpfen, Juckreiz und Beinschwellungen äußern können.
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